„Gegenüber den Nöten der Niedriglohnbeschäftigten und Erwerbslosen, die steigende Energiepreise schlicht nicht mehr bezahlen können, legen die Energieversorger im Revier eine beschämende Ignoranz an den Tag.“ So bewertet Ulla Lötzer, Essener Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der LINKEN, das Ergebnis einer Umfrage der WAZ nach Sozialtarifen bei den Energieversorgern in der Region.
„Die bereits 2008 von der EU den Mitgliedsstaaten empfohlene Einführung von Sozialtarifen für Strom und Gas darf in der Bundesrepublik nicht länger wie die Gewährung eines Almosens den Energieversorgern überlassen bleiben,“ folgert die Essener Bundestagsabgeordnete und kündigt Initiativen der LINKEN im Bundestag an: „Alle Energieanbieter müssen verbindlich zur Einführung von Sozialtarifen verpflichtet werden, damit die Energiewende die soziale Spaltung nicht noch verschärft.“
Trauriger Höhepunkt der zynischen Gleichgültigkeit gegenüber den Betroffenen ist, dass ausgerechnet der RWE – Konzern seine Absage an Sozialtarife damit begründet, dass sie keinen Anreiz zum Energiesparen bieten. Denn gerade die Menschen, die einen Sozialtarif brauchen, können von ihren Einkommen in der Nähe der Armutsgrenze verbrauchssenkende Anschaffungen wie teure Energiespargeräte schlicht nicht bezahlen.
Und längst liegen Modelle vor, wie sich Sozialtarife mit Anreizen zum Einsparen von Energie verbinden lassen: Ein solches Tarifmodell hat So hat ausgehend von den Erfahrungen im Nachbarland Belgien die Verbraucherzentrale NRW bereits 2008 vorgestellt: Es verbindet ein kostenloses Grundkontingent an Strom mit bei zunehmendem Verbrauch steigenden Preisen – und widerlegt so den letzten Rest Glaubwürdigkeit der ökologischen Krokodilstränen des RWE.