30.11.2010
Hochtief-Entscheidung ist Folge schwarz-gelber Untätigkeit
- Pressemitteilung -
„Mit ihrer Weigerung, die für Heuschrecken und Finanzjongleure
sperrangelweit offen stehenden Türen im Übernahmerecht zu schließen,
haben Merkel und Brüderle die Zulassung des fragwürdigen
Übernahmeangebots von ACS für Hochtief erst möglich gemacht“, erklärt
die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. Ulla Lötzer
fährt fort:
„Die BAFIN muss sich fragen lassen, ob sie bei ihrer Entscheidung die in
Spanien gegen ACS anhängigen Gerichtsverfahren wegen Bilanzfälschung
und zur Anfechtung der Eigenkapitalerhöhung ausreichend berücksichtigt
hat. Dennoch trägt die Bundesregierung mit ihrer neoliberalen
Marktgläubigkeit die politische Verantwortung für die drohende
Zerschlagung von Hochtief.
Der hoch verschuldete spanische
Konzern ACS plant eine mit geliehenem Geld finanzierte Kapitalerhöhung,
um neue Kredite und seine alten Milliardenschulden mit der Zerschlagung
von Hochtief abzuzahlen. Solcher Irrsinn einer von den Finanzmärkten
getriebenen Unternehmenskonzentration gefährdet Arbeitsplätze,
wirtschaftliche Entwicklung und soziale Demokratie.
Deshalb hat
DIE LINKE über eine Verschärfung des Übernahmerechts hinaus im Bundestag
die Forderung nach einer wirksamen Beteiligung von Betriebsräten bei
Fusionen und Übernahmen eingebracht: Die Verlagerung, Spaltung aber auch
der Verkauf beziehungsweise die Schließung von Betrieben oder
Betriebsteilen dürfen nicht gegen den Willen des Betriebsrates erfolgen.
Bei Übernahmen mit einem überragenden öffentlichen Interesse wie der
Verhinderung marktbeherrschender Unternehmenskonzentration, zur
Durchsetzung strukturpolitischer Ziele sowie zur Beschäftigungssicherung
muss über die formale Prüfung durch die BAFIN hinaus auch der
öffentlichen Hand ein Vetorecht eingeräumt werden.“